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Bergéer des Pyrenées

Herkunft:
Wie der Name sagt, handelt es sich hier um einen aus den französischen Pyrenäen stammenden Hüte- bzw Schäferhund, ein sehr alte noch ursprüngliche Rasse. Man nennt ihn den Pfiffikus unter den Hütehunden. Die Farbe reicht von schwarz über beige mit allen möglichen Variationen. Meist kommt er nicht mit dem Farbkleid zur Welt, das er als erwachsener Hund trägt. Auch das Gewicht variiert von 9-17 kg. Die französischen Hirten sagen von ihm er sei stur wie ein Esel und zudem ein beissender Kläffer. Natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber eine Prise Wahrheit wird wohl dabei sein. Zu Menschen ist er distanziert bis misstrauisch, sein grimmiges Gesicht geben ihm sein spezielles Aussehen. Zudem verfügt der reinrassige Pyri über Wolfskrallen, die einst als Beweis für die Reinrassigkeit galten.
Unsere Erfahrungen:
Wir holten Zotto mit 12 Wochen beim Züchter ab. Bis dahin war seine Prägungsphase, die vorwiegend aus Stalldasein bestand, abgeschlossen. Wir hatten also eine Menge Arbeit vor uns. Hätte ich nicht meine Hundetrainerin aus der Hundeschule, die mir bei Problemen behilflich war und ist, wär ich auf verlorenem Posten gestanden. Auch habe ich eine ganze Hundebibliothek in mich reingezogen und last not least habe ich viel Zeit zur Verfügung. Zudem bin ich mit anderen Pyri-Haltern in ständigem Kontakt. Ohne 100%ige Konsequenz ist man mit einem Pyri auf verlorenem Posten, denn er trägt genetisch immerhin den legendären Hütebiss in sich (beissen ohne zu verletzen). Zotto will und muss gefordert werden. Körperlich und geistig. 2-4 Std Auslauf, dazu eine Menge Kopfarbeit wie Agility, Suchspiele, Fresbee, Tricklis usw, usf. Zur Ruhe muss ich ihn quasi zwingen. Kinder hat er anfänglich verbellt, heute ist er soweit, dass er sie wenigstens ignoriert. Auch ist er sehr parteiisch, es gibt Leute, an die schmiegt er sich an, andere wiederum können auch nach langem Kennen seine Sympathie nicht gewinnen. Als Hütehund ist er natürlich territorial - mal gelinde ausgedrückt.
Er lernt unwahrscheinlich gern und schnell und ist sehr an seine Familie gebunden. Das war auch der Grund, warum ich mich für einen Hütehund entschied. Vor ihm hatten wir 2x einen Golden Retriever, die natürlich immer wieder mal das rassebedingte jagdtechnische Weite suchten. Dieses Risiko ist mit Zotto gebannt. Ausser bei Katzen (wir arbeiten dran!). Ich liebe es, mit ihm an meiner Seite stundenlang durch die Wälder zu streifen. Und ich bin sicher, er geniesst das auch. Oft versuche ich, mich im Wald zu verstecken. Schon mein Gedanke daran lässt ihn zurückkommen. Er ist ein extrem aufmerksamer Zeitgenosse. Er spielt auch nur noch selten mit andern Hunden, ist eher ein Einzelgänger, lässt sie aber in Ruhe. Er ist immer lustig und gut drauf, bringt uns täglich zum lachen oder mindestens zum „Jöh-wie-härzig“-Effekt.
Ich frage mich aber auch ob es richtig ist, einen Hütehund in eine Familie zu integrieren statt ihn seiner ursprünglichen Arbeit - nämlich dem Hüten von Schafen etc – zu überlassen. Man muss ihm sehr viel bieten und viiiiel Zeit investieren, um das zu kompensieren. Doch wenn ich sehe, wie wohl er sich bei uns fühlt, wie er ausflippt, wenn mal wieder jemand nach Hause kommt, dann weiss ich, dass er glücklich bei uns ist. Trotzdem – ein gewisser Zweifel bleibt….
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